Stressmanagement Home-Office Seminar

Das 360 Grad Stressmanagement Konzept

NEU: Ein umfassendes Seminar, für alle Unternehmen, deren Mitarbeiter aktuell im Home Office sind und die effektiv an ihrem Arbeits-Stress arbeiten wollen.

Das B2B Seminar vereint Elemente aus den drei Säulen zur Stressbekämpfung:


Mentaltraining 
Im Mentaltraining bekommen TeilnehmerInnen die Wirkung der eigenen Gedanken aufgezeigt.
Sie lernen, förderliche Denkmuster zu entwickeln und zu verankern.


Arbeitsmanagement

•	Problemlösung auf Ebene der Arbeitsmethoden & Optimierung von Arbeitsprozessen.
•	Grundlagen in Projektmanagement & Zeitmanagement.
Durch konstruktive Problemlösestrategien wird erlernt, dass man vor keinem Problem mehr Angst empfinden muss.
Praxis-erprobte Projektmanagement-Methoden helfen in Zukunft die Zeit besser einzuteilen, den Arbeitsalltag gesünder zu strukturieren und effektiver an komplexe Problemstellungen heranzugehen.

Entspannungstraining
Entspannungstraining unterstützt die Stressbewältigung durch erfolgreiche Regeneration.
Personalisierte Übungen helfen, Methoden für eine individuelle Entspannung zu finden.
Stress wird durch unterstützende Aktivitäten wie Sport & Ernährung ausgeglichen.
Jederzeit anwendbare Tipps und Tricks unterstützen dabei, Burn-out vorzubeugen.

BLENDED LEARNING

Einzigartiger Mix aus e-Learning und LIVE Sessions - aufgrund der aktuellen Situation ALLES online!
PRAXIS-TRANSFER garantiert

Reduzierte Pauschalpreise aufgrund der Corona-Situation:

Interesse? Kontaktieren Sie mich gleich über das Formular

Kursprogramm Stressmanagement – Home-Office tauglich als Video-Konferenz

Ziel des Programms ist, die TeilnehmerInnen in der Zeit der Ungewissheit zu unterstützen. Die Kombination aus persönlichem Austausch und Schulungsinhalten wird die TeilnehmerInnen in der aktuellen Situation abfangen und bestmöglich auf zukünftige Anforderungen vorbereiten.

Das Programm wird in 8 Remote-Sessions via Online-Konferenz abgehalten. Die Sessions sind 1x pro Woche für je 90min geplant. Stressmanagement aus dem Home Office!

Zu Beginn widmen wir uns den wichtigen Kernfragen der Stressbewältigung:

Wie und warum entsteht Stress im Körper? Was sind die biologischen Faktoren, die uns beeinflussen? Welche Umweltfaktoren sind für unser Stress-Empfinden problematisch?

Darauf aufbauend analysieren die TeilnehmerInnen ihre persönliche Stress-Situation, sowie ihren individuellen Zugang zu Arbeitsbelastung und Stress im Alltag. Mit einem persönlichen Stärken- und Schwächen-Profil identifizieren wir jene Methoden, die im Alltag am besten helfen werden.

Praktische Anwendung

Den wichtigsten Teil des Seminars stellt die praktische Anwendung der Stressbewältigung dar. Alle drei Säulen effektiven Stress-Managements werden umfassend geübt.

Im Mentaltraining bekommen TeilnehmerInnen die Wirkung der eigenen Gedanken aufgezeigt. Sie lernen, förderliche Denkmuster zu entwickeln und zu verankern.

Durch konstruktive Problemlösestrategien wird erlernt, dass man vor keinem Problem mehr Angst empfinden muss. Praxis-erprobte Projektmanagement-Methoden helfen in Zukunft die Zeit besser einzuteilen, den Arbeitsalltag gesünder zu strukturieren und effektiver an komplexe Problemstellungen heranzugehen.

Entspannungstraining unterstützt die Stressbewältigung durch erfolgreiche Regeneration. Personalisierte Übungen helfen, Methoden für eine individuelle Entspannung zu finden. Jederzeit anwendbare Tipps und Tricks unterstützen dabei, Burn-out vorzubeugen.

Schwerpunkte

  • Stress-Management und Mentaltraining
  • Persönliches Zeitmanagement, Arbeitsmethoden verbessern
  • Kommunikation, Konflikt-Management, Entscheidungsfindung
  • Entspannungstechniken, die SOFORT wirken

„Den Stress für mich nutzen lernen“

Das Programm in dieser Form, unter Anwendung von Online-Sessions ist für 12 bis maximal 15 TeilnehmerInnen konzipiert. Darüber hinaus wird die Aufteilung in „Break-out-Sessions“ und Gruppenarbeiten innerhalb der Video-Konferenz zu unübersichtlich.

Eine Übersicht über die Module finden Sie im aktuellen Folder zum Seminar.

Das Angebot umfasst:

  • Vorab Analyse mit 2 psychologischen Fragebögen – darauf aufbauen Anpassung der Inhalte / Auswahl geeigneter Module
  • Vorbereitung der Live-Sessions, inkl. digitalem Schulungsmaterial
  • Nachbereitung und Nachbetreuung für inhaltliche Fragen

Pauschalpreis: EUR 3.500,- (exkl. USt)

Interesse? Kontaktieren Sie mich gleich über das Formular

Tokyo Olympics 2020

Projektmanagement bei den Olympischen Spielen!

Es freut mich, dass ich vom internationalen Volleyballverband ausgewählt wurde, die Olympischen Spiele zu unterstützen.

Ich darf das Projektmanagement beim Olympischen Beachvolleyballturnier übernehmen.

Dazu werde ich etwa drei Wochen in Tokyo sein. Zu den Aufgaben gehören:

  • Kommunikation Weltverband und Athleten vorab
  • Überwachung der sportlichen Qualifikation
  • Kooperation mit Veranstalter-Agentur, IOC und FIVB
  • Durchführung des regelkonformen Wettkampfes vor Ort
  • Personalmanagement vor Ort

Ich werde vom Fortschritt des Projekts regelmäßig berichten…

PMA Zertifizierung Projektmanagement

Die Freude ist groß… Am 3. Dezember 2019 konnte ich die Zertifizierung zum Projektmanager nach PMA erfolgreich abschließen.

Inhaltlich ändert sich nichts. Ich biete weiterhin Projektmanagement, Stress-Management und Event-Management an. Nur jetzt auch offiziell zertifiziert.

Broken Windows Theorie

broken windows

Wie sich negative Gewohnheiten gegenseitig vermehren.

Die Broken-Windows-Theorie ist eine sozialwissenschaftliche Theorie von James Q. Wilson und George L. Kelling, die aussagt, dass in Stadtteilen, in denen man Verfall deutlich sieht, mehr Kriminalität herrscht. Nach dieser Theorie sollte eine zerbrochene Fensterscheibe so rasch wie möglich ersetzt werden, um weitere zerbrochene Fensterscheiben zu verhindern.

Die Theorie wurde vor allem im New York der 90er Jahre berühmt, als es der Polizei und dem damaligen Bürgermeister Giuliani gelang, die zu der Zeit sehr hohe Mordrate auf ein Fünftel zu senken. Die Maßnahmen waren unter anderem, dass sämtliche Graffiti an den U-Bahnen innerhalb von 24 Stunden entfernt wurden, um keine Nachahmer zu provozieren.

„Das ist schön, aber was hat das mit mir zu tun?“, denkst du dir vielleicht. Bleib noch kurz dran, ich komme gleich dazu.

Zerbrochene Fensterscheiben ziehen also weitere zerbrochene Fensterscheiben an.

Marie Kondo

Wenn du in den letzten Wochen auf Social Media oder Netflix aktiv warst, ist dir vermutlich Marie Kondo aufgefallen. Vielleicht kennst du sogar ihr Buch „Magic Cleaning“. Ihre Theorie ist, dass Dinge immer direkt nach ihrem Gebrauch an ihren bestimmten Platz zurück geräumt werden müssen. Das ist im eigenen Haushalt leicht überprüfbar. Ist dir auch schon mal aufgefallen, wie sich Unordnung immer sehr rasch vermehrt? Sobald irgendwo ein herrenloses Kleidungsstück herum liegt, legt man ganz automatisch weitere dazu. Sobald auf meinem Schreibtisch nur ein einziger gerade nicht gebrauchter Zettel liegt, lege ich dort weitere gerade nicht benötigte Schriftstücke drauf. Nach 3-4 Tagen habe ich einen undurchdringlichen Stapel Bürokratie vor mir, den ich am liebsten gar nicht mehr angreifen möchte.

Zerbrochene Fensterscheiben überall – sozusagen.

Jetzt kommt die Überleitung, auf die du gewartet hast

Ähnliches passiert auch mit unseren Gewohnheiten. Wie lange funktionieren Ernährungsumstellungen, Diäten usw. im Normalfall? Genau bis zur ersten Ausnahme. Meistens schleicht sich dann ein Gedanke ein, der die ganzen guten Vorsätze zum Kippen bringt. Erst denkst du dir: „Eine Ausnahme kann ich machen“. Dann wird aus dem Gedanken ganz schnell aber: „Heute ist es eigentlich schon egal, ich fang morgen wieder damit an.“ Aus morgen wird nächste Woche und plötzlich sind überall zerbrochene Fensterscheiben, die sich gegenseitig anziehen und anhäufen.

Das passiert uns immer wieder, egal ob wir weniger Süßes essen wollen, weniger rauchen oder weniger Alkohol trinken wollen.

Aber damit noch nicht genug. Der gleiche Prozess passiert sogar in unseren Gedanken.

  • Wie oft denkst du dir: „Dafür bin ich nicht gut genug…“ oder eine Version davon?
  • Wie oft denkst du dir, dass du mit deinem Aussehen, deinem eigenen Verhalten oder sonst irgendeinem Aspekt deiner Erscheinung nicht zufrieden bist?
  • Wie schnell kommen neue negative Gedanken dazu? Wie schnell bist du dabei, dir deine Zukunft so schlecht wie nur möglich auszumalen?

Das ist (leider) ein fast „normaler“ Prozess: zuerst schleichen sich kleine negative Gedanken gegen uns selbst ein. Nach zwei drei Gedankensprüngen denken wir bereits, wir hätten in unserem Leben so ganz und gar nichts erreicht und dabei wird es auch bleiben.

Dass das überhaupt nicht stimmt, ist uns in diesem Moment völlig egal. Unser Gehirn ist voller zerbrochener Fensterscheiben, die es selbst eingeschlagen hat und sieht nichts anderes mehr.

Ich bin kein Fan davon, alles mit positivem Denken lösen zu wollen. Man muss schon auch aktiv etwas TUN. Aber andauerndes negatives Denken hilft dir sicher nicht weiter. Versuche dir zumindest einmal bewusst zu machen, wenn du dir negative Gedanken machst. Sobald du feststellst, dass so ein Kreislauf entsteht, kannst du ihn auch aufhalten.

Fazit:

Wenn du etwas sauber halten willst, fange mit den Kleinigkeiten an. Die Kleinigkeiten spielen eine große Rolle. Egal ob in der Städte-Politik, im eigenen Haushalt oder im eigenen Kopf.

Mache dir bewusst, wie du über dich selbst denkst.

Was ist Stress?

Stressreaktion – Ein Anpassungsmechanismus an Gefahren

Wo kommt Stress eigentlich her? Stress entsteht zu allererst in unserem Gehirn. Unser Gehirn ist evolutionstechnisch nicht gerade auf dem neuesten Stand. Man kann sagen, dieses Organ wurde für andere Anforderungen entwickelt, als wir sie heute in der modernen Welt täglich finden. Was war für unsere Steinzeit-Verwandten die wichtigste Aufgabe, die ihr Gehirn lösen musste? Sie mussten in einer feindlichen Umgebung überleben. Sie mussten täglich auf die Jagd gehen, um gefährliche Beute wie Mammuts zu erlegen. Gleichzeitig lauerte hinter jeder Ecke ein noch gefährlicherer Jäger, zB. ein Säbelzahntiger, von dem sie sich auf keinen Fall erwischen lassen durften. Man kann sich leicht vorstellen, dass unsere Steinzeit-Freunde ziemlich gestresst waren.

Die biologische Reaktion:

Das Gehirn hatte die Aufgabe sicherzustellen, dass der Körper unserer alten Verwandten bestmöglich auf diese Situationen vorbereitet war. Wie funktioniert so eine Vorbereitung auf ein Zusammentreffen mit einem Säbelzahntiger? In Erwartung von Gefahr wird die Herzfrequenz erhöht und die Atmung beschleunigt. Dadurch wird der Körper in Alarmbereitschaft versetzt. Durch die höhere Sauerstoffaufnahme wird mehr Energie bereitgestellt. Gleichzeitig wird die Muskelspannung erhöht, um schneller reagieren (zuschlagen oder weglaufen) zu können. Die Blutgefäße werden erweitert, um mehr Adrenalin, das von der Nebennierenrinde ebenfalls vermehrt zur Verfügung gestellt wird, schneller durch den Körper zu transportieren. Die Verdauungstätigkeit wird minimiert, um nicht im falschen Moment aufs Klo zu müssen. Alles läuft darauf hinaus sich auf einen Kampf oder eine Flucht vorzubereiten und dabei möglichst viel Energie zur Verfügung zu haben. So wird die Chance zu überleben optimiert.

Sieht unser Steinzeit-Vorfahre dann tatsächlich einen Säbelzahntiger ist er bestens vorbereitet: Er kann mit vollem Tempo die Flucht ergreifen. Dabei werden Adrenalin und andere zur Verfügung gestellte Botenstoffe wie zB. Cortisol abgebaut. Der erhöhte Sauerstoffgehalt im Blut wird durch die Kraftanstrengung der Muskulatur verbraucht. Nach der Flucht gehen dadurch Herzfrequenz und Blutdruck auf ein normales Ausmaß zurück. Der Körper entspannt sich wieder, um Kraftreserven für die nächste Gefahrensituation zu sammeln. Dieser gesamte Ablauf im Inneren unseres Körpers passiert dabei autonom, ohne unser aktives Zutun. Er wird von Arealen im Gehirn gesteuert, die evolutionstechnisch schon sehr alt sind, und in denen diese automatischen Programme ablaufen.

Das ist es nun im Grunde, was Stress für uns ist:

Eine Anpassungsreaktion auf gefährliche Umstände, die wir in unserer Umwelt wahrnehmen. Dein Säbelzahntiger sitzt aber vermutlich nicht draußen hinter einem Busch und wartet, bis du vom Bus aussteigst um anzugreifen. Dein Säbelzahntiger sitzt vielleicht im Büro und wartet getarnt durch Deadlines und Arbeitsaufträge darauf zuzuschlagen. Der Körper kann das nicht wirklich unterscheiden. Für dein Steinzeit-Gehirn macht es keinen Unterschied, ob die Gefahr von einer großen Raubkatze ausgeht, oder ob die Gefahr darin besteht, eine Deadline nicht einhalten zu können. Es denkt sich nur „Alarm, Alarm!“

Die dann folgende körperliche Reaktion ist genau die gleiche, wie bei unserem Steinzeit-Freund. Mit einem Unterschied. Es kommt zu keiner körperlichen Flucht-Aktion – im Normalfall zumindest nicht. Dadurch wird die viele Energie die dein Körper freundlicherweise zur Verfügung stellt, nicht genutzt. Dein Körper bleibt in Alarmbereitschaft.

Was sind die Folgen?

Puls und Blutdruck bleiben über einen längeren Zeitraum unnatürlich hoch – wodurch die Blutgefäße übermäßig belastet werden und die Wahrscheinlichkeit von Herz-Kreislauferkrankungen erhöht wird. Adrenalin- und Cortisol-Spiegel bleiben hoch, was deine Stimmung negativ beeinflusst und dafür sorgt, dass du nicht gut einschlafen kannst. Cortisol kurbelt darüber hinaus die Insulinproduktion übermäßig an, was zu einer Erschöpfung der Kapazität der Bauchspeicheldrüse führen kann. Das erhöht das Risiko an Diabetes zu erkranken. Auch die Freisetzung von Sexualhormonen wird gedrosselt.[1] Ein dauerhaft erhöhter Cortisol-Spiegel kann sogar dazu führen, dass der Augeninnendruck ansteigt, was zu einer Beeinträchtigung der Sehleistung führen kann.

Die gleichen Abläufe passieren übrigens, wenn du vor dem Fernseher sitzt. Fernsehprogramme und Netflix-Serien sind absichtlich so gestaltet, dass sie die Steinzeit-Areale in deinem Gehirn ansprechen und fesseln, damit du nicht um- oder ausschaltest. Dein Körper kann wieder nicht unterscheiden, ob die Situation real oder nur am Bildschirm stattfindet. Er geht automatisch in Alarmbereitschaft.

Solche Situationen kommen nun normalerweise in Serie vor. Zuerst passiert Stress im Büro, dann kommst du heim und startest einen Serien-Marathon auf Netflix, dann streitest du dich mit dem nächsten Menschen der dir unterkommt. Dann stresst dich, dass du nicht einschlafen kannst. Am nächsten Tag das Ganze von vorne. Dein Körper passt sich an diesen Ablauf an. Die unnatürlich hohe Konzentration von Adrenalin und Cortisol wird vom Körper als das neue „Normal“ wahrgenommen. Die ständig erhöhte Muskelspannung ebenso – das wird von uns dann als Verspannung bemerkt. Die Verdauung funktioniert auch nicht mehr richtig, weil der Körper jederzeit bereit sein möchte, davon zu laufen. Jede neue Situation erhöht die Stressreaktion des Körpers, weil er von einem erhöhten „Normal“ ausgeht. Die Folge sind messbare körperliche Auswirkungen.

Was kann man dagegen tun?

Nun, zu allererst ist es wichtig zu erkennen, wie unser Körper auf vermeintlich gefährliche Situationen reagiert. Mit diesem Wissen über biologische Abläufe fällt es uns leichter stressige Situationen in ein richtiges Verhältnis zu setzen. Eine verpasste Deadline kann unangenehm sein, sie ist aber mit Sicherheit kein Todesurteil. Eine Begegnung mit einem Säbelzahntiger hingegen… Die kann doch leicht tödlich enden. Diesen Unterschied müssen wir unserem Steinzeit-Gehirn klar machen. Stresshormone im Körper können zusätzlich durch einfache Atemübungen und körperliche Aktivität abgebaut werden. Mehr dazu in folgenden Blogposts.

Wenn dir das Thema bekannt vorkommt, du selbst ähnliche Situationen kennst oder du einfach Feedback geben willst, dann lass mir doch bitte einen Kommentar da.

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[1] Wer es ganz genau wissen möchte kann die biologischen Stressreaktionen in den wissenschaftlichen Arbeiten von Hans Selye hier und hier nachlesen

Was stresst dich?

Change

Wie dein Gehirn dich in drei Schritten in den Stress führt.

Stell dir eine Situation vor, in der du gestresst bist. Vielleicht sitzt du im Auto und du bist spät dran. Die anderen Verkehrsteilnehmer verhalten sich so, dass du es – vorsichtig ausgedrückt – nicht ganz nachvollziehen kannst. Das machen die doch absichtlich. Zusätzlich schalten alle Ampeln immer genau dann auf Rot, wenn du in ihre Nähe kommst. „Gibt’s ja gar nicht“, denkst du dir und voller Ärger hupst du den blöden Fußgänger an, der zwischen den stehenden Autos durch die Straße überquert.

Vielleicht verläuft deine Geschichte aber ganz anders. Stell dir vor, du bist zu Fuß unterwegs. Gerade bist du mit dem Zug am Bahnhof angekommen und musst noch ein paar Minuten nach Hause gehen. Du bist spät dran, weil dein Zug Verspätung hatte. Ausgerechnet heute. Du wolltest mit deiner Frau essen gehen. Hoffentlich geht sich das aus. Wenn du es genau bedenkst hat der Zug eigentlich eh immer Verspätung. In der Fußgängerzone ist die Hölle los. Woher haben die alle so viel Geld, um ständig einkaufen zu gehen? Du wirst zu spät kommen. Jetzt ist an der Kreuzung auch noch Rot. Schnell zwickst du dich zwischen zwei stehenden Autos durch. Da hupt dich dieser Depp einfach an. Wie kann er nur? Weiß er nicht, dass du ein schwaches Herz hast? Und kaum daran gedacht spürst du schon einen leichten Druck in der linken Brust. Du musst aber schnell weiter. Wer weiß, zum Schluss verlässt dich deine Frau noch, wenn du es wieder nicht rechtzeitig schaffst.

Natürlich sind beide Situationen stark überspitzt. Sie stellen unsere drei Hauptreaktionen im Umgang mit Stress dar:

1) Selektive Wahrnehmung und Generalisieren von negativen Aspekten

Die erste Reaktion auf stressige Erlebnisse, die unser Gehirn anwendet ist die selektive Wahrnehmung. Sobald uns der erste Stressfaktor begegnet, brennt sich das im Gehirn ein. Dieses geht in Alarmbereitschaft und sucht daraufhin nach noch mehr Stressfaktoren im Umfeld. Dadurch nehmen wir negative Aspekte in unserem Umfeld viel stärker wahr, als die positiven. Im Beispiel oben: Über rote Ampeln ärgern wir uns, diese fallen uns deshalb auf. Da wir uns aber über grüne Ampeln nicht im gleichen Ausmaß freuen, wie wir uns über rote ärgern, fallen uns diese auf der emotionalen Ebene viel weniger auf. Darüber hinaus kommt es zu einem Generalisieren dieser Aspekte. Unser Gehirn versucht nämlich im nächsten Schritt Gesetzmäßigkeiten im Umfeld zu erkennen. „Ampeln schalten IMMER dann auf Rot, wenn ich daher komme.“ Wir spielen uns da selbst einen Trick: Erst nehmen wir die negativen Aspekte stärker wahr, als die positiven und dann überzeugen wir uns selbst davon, dass das ein Naturgesetz sein muss.

2) Selektive Wahrnehmung und Überbewertung von negativen Folgen

„Meine Frau lässt sich scheiden, wenn ich schon wieder zu spät komme“. „Wenn ich nur an Herzinfarkt denke, habe ich schon ein seltsames Gefühl in der linken Brust“. Nach der selektiven Wahrnehmung negativer Aspekte geht unser Gehirn im nächsten Schritt dazu über an mögliche Konsequenzen dieser Aspekte zu denken. Hier haben wir vor negativen Folgen viel mehr Angst, als wir uns auf positive Folgen freuen. Das ist auch klar, wir haben uns in Schritt 1 ja schon dazu erzogen viel mehr negative Aspekte zu berücksichtigen. Unser Gehirn denkt also ab einem bestimmten Zeitpunkt nur noch über negative Konsequenzen nach. Dabei sind unserer Phantasie keine Grenzen gesetzt. Und je länger wir über diese negativen Folgen nachgrübeln, umso wahrscheinlicher und umso schlimmer erscheinen sie uns. Das hat mit der Architektur unseres Gehirns zu tun. Ein Gedanke – einmal gedacht – kommt uns beim nächsten Mal schon viel leichter in den Sinn. Jeder Gedanke, den wir öfter denken, der verstärkt sich und setzt sich fest. Bis wir absolut davon überzeugt sind, dass wir dazu verdammt sind, mit negativen Konsequenzen zu leben.

3) Einseitig personalisierende Wahrnehmung und Interpretation von Situationen

In der letzten Stufe versuchen wir dann unseren Hirngespinsten aus den beiden anderen Schritten einen Sinn zu geben. Wir überlegen und überlegen, warum uns das passiert. Und eigentlich kommen wir immer zum gleichen Schluss. All diese negativen Aspekte und negativen Folgen werden uns absichtlich in den Weg geworfen. Die Ampeln warten nur auf uns, um dann völlig selbständig und absichtlich auf Rot umzuspringen. Der Autofahrer könnte jeden anderen Fußgänger anhupen. Macht er aber nicht. Er hupt genau dich an – mit Absicht! So überzeugen wir uns selbst davon, dass das Leben unfair zu uns ist.

Unsere Handlungen finden immer in einem bestimmten Kontext statt. Aber auch unsere Gedanken entstehen nicht einfach so aus dem Nichts, sondern hängen immer mit Situationen zusammen, die wir erleben. Dadurch sind wir verleitet in Dinge, die uns zustoßen, etwas hinein zu interpretieren. Drei einfache Tipps und Tricks für erfolgreiche Stressbewältigung sind oben beschrieben. Du musst nur die Dinge in den drei beschriebenen Stufen genau andersherum machen.

  1. Schenke den grünen Ampeln mehr Aufmerksamkeit als den roten.
  2. Denke öfter an mögliche positive Konsequenzen.
  3. Nimm zufällige Dinge nicht persönlich.

Schon klar – Nicht immer ist es uns möglich, sich in den anderen direkt hinein zu versetzen oder eine Situation vollkommen objektiv zu bewerten. Immer aber sollte es uns möglich sein, einen Moment lang tief durchzuatmen und sich zu fragen: „Reagiere ich jetzt gerade objektiv auf die aktuelle Situation oder schleppe ich Stress mit mir herum?“

Und nicht vergessen: Jeder hat das Recht auf seinen eigenen Stress.

Aktuelle Seminare zur optimalen Stressbewältigung findest du hier.

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